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» Wer nicht das Kleine in großen Dingen wahrnehmen kann, läuft Gefahr die Größe in kleinen Dingen zu übersehen. «
- Aus: Das Buch des Tees von Okakura Kakuzo

"Spanische Bauweise"
Meine Gitarren werden in der Tradition der spanischen Bauweise gebaut. Das heißt, dass der Hals ein integrierter Bestandteil des Körpers wird. Ein Blick in das Schallloch macht dies deutlich - dort kann man den spanischen "Fuß" erkennen, der meiner Meinung nach anderen Varianten verleimter oder geschraubter Hälse überlegen ist.

Decke, Boden und Zargen
Ich nutze entweder europäische Fichte oder Western Red Cedar. Auch hier kann man nicht behaupten, dass eine Holzart die "Bessere" ist, es ist vielmehr eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Vorliebe. Ich finde es stimulierend zu wissen, dass es Alternativen gibt. Diese Vielfalt kann unser Leben bereichern. Sie sollten einfach beide Gitarren-Varianten ausprobieren und selbst herausfinden, was Ihnen besser gefällt und Ihrer Vorstellung entspricht.

Die meisten meiner Instrumente haben Boden und Zargen aus Ost-Indischem Palisander. Dennoch, falls Sie ein leichteres Instrument suchen, (sowohl bezogen auf Gewicht, als auch auf den Farbton), schlage ich Ahorn vor; hier besteht die Wahl zwischen entweder geflammten Ahorn oder so genanntem Vogelaugen-Ahorn. Ahorn ist die traditionelle Wahl für Boden und Zargen bei allen Streichinstrumenten seit Generationen und als solches ein bewährtes Tonholz.

Hals sowie Halsverstärkung
Als Halsmaterial verwende ich Honduraszeder. Dies ist ein leichtes Material und dennoch stabil und steif genug. Um die Steifigkeit des durch den Saitenzug belasteten Halses noch zu verbessern, verleime ich ein Stück Hartholz in einer Nut unterhalb des Griffbrettes. So wird auch die abschließende optimale Saitenlage gewährleistet.
Lackierung
Alle meine Instrumente bekommen eine komplette Schellackpolitur als Oberflächenbehandlung. Ja - dies ist zeitaufwendig und auch nicht so kratzfest wie andere moderne Lacke, wie z.B. Polyurethanlacke. Sie gehen mit Ihrer Konzertgitarre sicher sowieso angemessen um. Ich finde - abgesehen von diesem vermeintlichen Nachteil - dass Schellack einige Vorteile gegenüber modernen Lacken besitzt:
  • Schellack wird so dünn aufgetragen, dass es keinen negativen "schalldämpfenden" Effekt an der Decke hat.
  • Schellack ist seit hunderten von Jahren an feinen Instrumenten und hochwertigen Möbeln verwendet worden und die einzige Lacksorte, an der nachgewiesen werden kann, dass sie über einen längeren Zeitraum hinweg intakt bleibt. Dies lässt sich, was die modernen Lacke angeht, nicht behaupten - entweder wissen wir schon, dass sie nach einigen Jahrzehnten (wie z.B. bei Nitrozelluloselack) beginnen zu zerfallen oder wir wissen eben noch gar nicht, wie sie auf Dauer reagieren (z.B. PU-Lacke).
  • Das Lösemittel - 98% Ethanol (Alkohol) - ist sowohl für mich beim Auftragen, als auch für die Umwelt bei Weitem nicht so schädigend wie die Lösungsmittel moderner Lacke. Schellack wird außerdem in der Pharmaindustrie genutzt, um Medikamente zu ummanteln oder in der Nahrungsmittelindustrie, um Süßigkeiten und Obst zu beschichten. Wir haben es also mit einem Naturprodukt zu tun, dass Sie sogar schon gegessen haben.
  • Was das Aussehen betrifft, hat Schellack einen warmen Farbton, der die Schönheit des Holzes auf eine unaufdringliche Weise verstärkt. Es gibt einem nicht den bekannten Eindruck von "Kunststoff-auf-Holz-gegossen-Aussehen", wie ich die Wirkung moderner Lacke eher beschreiben würde.
  • Falls die Gitarre doch Kratzer bekommt, ist es relativ einfach dies wieder nachzubessern. Allerdings sind es oft eben diese Gebrauchsspuren, die der Gitarre Patina verleihen und dies ist ein Grund, warum wir oft alte bzw. antike Instrumente in der Regel automatisch ansprechend finden.

Mensur und Halssattelbreite
650 mm ist der Standard, auf Anfrage fertige ich auch andere Längen. Die meisten Kunden sind an eine Halssattelbreite von 52 oder 54 mm Durchmesser gewöhnt. Falls Sie etwas anderes bevorzugen ist auch diese Korrektur lediglich eine Sache der Absprache.